Entscheidungen treffen für Unentschlossene

Veröffentlicht von Mercedes-Benz auf She’s Mercedes am 25. Juli 2018


Ein gutes Leben resultiert in der Regel aus vielen guten Entscheidungen. Trotzdem wird uns diese Fähigkeit nur selten wirklich beigebracht. Deshalb vermeiden wir es lieber gleich ganz, Entscheidungen zu treffen.

Angefangen bei den kleinen Dingen, wie etwa um welche Uhrzeit man am besten aufsteht, und was man zu Abend isst, bis hin zu den großen Themen wie Beziehung und Arbeit – die Masse an Entscheidungen, die wir täglich treffen müssen, scheint endlos. Nicht umsonst greifen Menschen wie Barack Obama und Steve Jobs (die mit Sicherheit sehr beschäftigt sind) bei der Kleidung auf eine Art Uniform zurück, um die eigene Garderobe einzugrenzen und damit wenigstens eine Entscheidung pro Tag zu eliminieren.

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Die Psychologie erforscht auch, wie die Tageszeit und die Anzahl der bereits getroffenen Entscheidungen die Qualität zukünftiger Entschlüsse beeinflusst. Nicht umsonst platzieren beispielsweise Supermärkte Süßigkeiten an der Kasse. Bis Kunden diesen Punkt erreichen, haben sie bereits unzählige andere Entscheidungen durchdacht und getroffen, sodass die Willenskraft nicht zuzugreifen, sinkt. Das betrifft Menschen, die aufs Geld achten müssen, sogar mehr, als jene die es sich leisten können. Man geht sogar davon aus, dass intelligente und erfolgreiche Menschen in Führungspositionen oder von Prominenz nach Feierabend für ihr Privatleben oft schlechtere bis gar nicht durchdachte Entscheidungen treffen. Der Grund dafür: Nachdem sie den ganzen Tag lang Entscheidungen getroffen haben, sind sie schlichtweg müde und ausgelaugt.

Entscheiden oder nicht entscheiden. Das ist die essenzielle Frage

‘Decision-making-Fatigue’ gibt es wirklich und jeder, der es anstrengend findet, tagtäglich sinnvolle Entscheidungen zu treffen, wird wahrscheinlich erleichtert sein, das zu hören. Natürlich gibt es diese Menschen, die sich still in den Sessel in der Ecke setzen und Dinge bis zu dem Punkt durchdenken, bis sie eine Entscheidung treffen, diese dann durchziehen und niemals zurückblicken. Das erfordert meist ein hohes Maß an Selbstfokussierung und es birgt gleichzeitig das Risiko, dass vielleicht nicht alle Optionen in Erwägung gezogen werden. Auch laufen diese Personen Gefahr, die Konsequenzen ihrer Entscheidung für andere auszublenden – kein schöner Nebeneffekt. Wer aber fähig ist, Entscheidungen schnell und einfach zu treffen, wird schneller vorankommen als jene, die sich damit schwertun und dafür viel Energie und Denkleistung aufbringen müssen. Manche tendieren vielleicht sogar dazu, überhaupt keine Entscheidungen mehr zu treffen, solange sie keine Lösung für ihr Problem finden.

Wenn wir uns vor wichtigen Entscheidungen drücken, liegt die Ursache entweder am Mangel attraktiver Optionen (sprich: nicht unsere Schuld) oder es fehlt uns an der nötigen Klarheit, um Ausmaß und Details der jeweiligen Entscheidung adäquat abzuschätzen. Manchmal ist es auch einfach die Angst vor dem Resultat, die uns lähmt.

Wissen ist Trumpf

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Um entscheidungsfreudiger zu werden, bedarf es Selbsterkenntnis und sobald wir uns bewusst werden, was uns zurückhält, können wir anfangen, an der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, zu arbeiten und sie ausbauen.

Außerdem hilft es, so viele Informationen und Fakten wie möglich zu sammeln und diese ein wenig sacken zu lassen. Das macht Entscheidungen fundierter, als wenn man sie nur aus dem Bauch heraus trifft. Je mehr Erfahrungen wir auf einem Gebiet haben, desto mehr können wir auf unseren Instinkt vertrauen. Auch ist es nie falsch, andere um Rat fragen, die wir respektieren oder ihrerseits Experten in einem Bereich sind. Verbildlichen Sie sich anschließend alle denkbaren Ergebnisse und Szenarien, um zu prüfen, wie Sie sich jeweils fühlen. Setzen Sie sich eine Deadline, bis wann Sie Ihre Entscheidung getroffen haben wollen und halten Sie daran fest. Dann denken Sie nicht weiter darüber nach, sondern handeln Sie und gehen anschließend zum nächsten Punkt über. In vielen Fällen hilft es auch, sich Schritt für Schritt in eine Entscheidung hineinfühlen.

Die meisten Dinge im Leben können auch im Nachhinein angepasst und geändert werden, nur wenige sind tatsächlich final. Denn wenn wir keine Entscheidungen treffen, entscheidet das Leben sie für uns. Und dann fühlen wir uns in der Regel mindestens so machtlos und gestresst, wie sich das Gefühl einschleicht, die Kontrolle verloren zu haben. Am Ende ist es besser, eine schlechte Entscheidung zu treffen, als gar keine.