Heimat ist … keine Frage der Herkunft?

Veröffentlicht von Mercedes-Benz auf She’s Mercedes am 16. Mai 2018

Was ist Heimat? Etwas, wo wir herkommen, oder wo wir hingehen? Manche verbinden mit dem Begriff eine bestimmte Person, andere tragen ihr Zuhause in sich. Sarah Jane Adams benennt das Phänomen im Kurzfilm für She’s Mercedes auf ganz eigene Weise:

Trotz all der Technologie und Globalisierung leben wir in einer Welt, in der viele sich isoliert und auf sich selbst gestellt fühlen – umso größer ist daher das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und einem Gefühl von Heimat. In der Vergangenheit lebten Menschen oft über mehrere Generationen hinweg in engen Gruppen und Gemeinschaften zusammen. Daraus entwickelte sich zwar eine gewisse Sicherheit, es ließ aber meist auch wenig Raum für die persönliche Entwicklung oder das Reisen.

Der Begriff von Heimat war damit klar definiert und wurde nicht weiter in Frage gestellt. Mittlerweile hat sich das in vielen Teilen der Erde jedoch geändert. Heute scheinen die Möglichkeiten unendlich. Der technische Fortschritt hat das Reisen für die breite Masse leichter zugänglich gemacht. Ein Zuhause zu haben oder sich heimisch zu fühlen, ist dennoch nach wie vor ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen. Deshalb bleiben viele weiterhin dem Ort ihrer Herkunft verhaftet oder kehren nach einigen Reisen schließlich doch dorthin zurück.

Was aber passiert mit denen, die sich dort, wo sie aufgewachsen sind, niemals wirklich zu Hause gefühlt haben? Wie kann es sein, dass manch einer der eigenen Rastlosigkeit erst am anderen Ende der Welt entkommt? Studien zeigen*, dass jede Stadt und jede Gegend eine Art Persönlichkeit in sich trägt, die mit unserer eigenen entweder übereinstimmt oder überhaupt nicht passt. Manche Städte sind offen, andere extrovertiert, manche gewissenhaft und andere gar neurotisch (raten Sie mal, welche). Wer nach seinem ganz persönlichen “Place-to-be“ sucht und die Möglichkeit hat, umzuziehen, der sollte zunächst einmal in sich gehen und sich selbst einer kleinen Analyse unterziehen.

Wer an einem Ort lebt, der nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht, der leidet oft unter einer unterschwelligen Unzufriedenheit und inneren Unruhe. Beides lässt sich meist nur durch regelmäßiges Reisen stillen.

Doch wie findet man seine persönliche Heimat des Herzens? Manche treffen im Urlaub oder auf Geschäftsreisen zufällig darauf, andere gehen strategisch vor. Klar ist: Es passiert nicht, indem man regungslos auf der Couch sitzen bleibt.

*Lesestoff: “Who’s Your City?” von Richard Florida

Hier ein paar Anregungen:

Machen Sie eine Liste mit den Kriterien, die für Sie nicht verhandelbar sind.

In meinem Fall war es die Nähe zum Meer und zu einem internationalen Flughafen. Lassen Sie diese Liste wachsen und ergänzen Sie sie durch Orte, die den Kriterien entsprechen. Bitten Sie zum Spaß auch Freunde und Familie darum, ein Ranking zu erstellen – seien Sie sich aber bewusst, dass diese egoistisch sein werden und jene Plätze positiv bewerten, die entweder nahe an ihrem eigenen Zuhause liegen oder die sie selbst gerne einmal besuchen möchten.

Visualisieren Sie die perfekte Woche in allen Details und brechen Sie sie anschließend auf Ihre Bedürfnisse herunter.

Sie wollen nah an der Natur leben, damit Sie am Wochenende wandern oder campen können? Sie brauchen kreative Menschen in Ihrer unmittelbaren Umgebung, damit Sie inspiriert und motiviert bleiben? Lieben Sie es, in Cafés abzuhängen oder vielleicht besser am See? Wie steht es mit der Gesundheit? Sind Sie bereit, eine neue Sprache zu lernen? Wie ist es mit der Bereitschaft, gewisse Dinge wie das alte Zuhause oder womöglich auch (für eine Weile) einen Teil des eigenen Komforts aufzugeben, um den Traum der neuen Heimat zu verwirklichen? Das richtige Zuhause zu finden, bedeutet nicht automatisch, dass dort alles einfacher wird. Aber wir können unser Potenzial entfalten und entsprechend fällt es uns leichter, Herausforderungen zu meistern.

Ein Profitipp: Nötige Visa und Aufenthaltsgenehmigungen machen einem nicht selten einen Strich durch die Rechnung. Daher besser erst einmal schlau machen und sich dann erst in das Land verlieben.

Gehen Sie proaktiv daran, die richtigen Leute zu finden.

Ein Gefühl von Zugehörigkeit ergibt sich meist erst, wenn man die richtigen Leute gefunden hat. Neue Menschen kennenzulernen, ist daher essenziell. Egal, ob es viele Bekannte sind oder nur ein bis zwei gute Freunde – oft stellt man fest, dass es immer wieder Charaktere aus bestimmten Regionen oder mit einem ähnlichen kulturellen Hintergrund sind, mit denen man sich auf Anhieb versteht. Ein Anhaltspunkt, wo die Suche beginnen könnte.

Entwickeln Sie Forschergeist. Es muss nicht immer die lange geplante Weltreise sein.

Unbekannte Stadtteile und Vororte entdecken, Roadtrips am Wochenende planen, Leute aus anderen Ländern treffen, Dokus anschauen: All das hilft, herauszufinden, was uns glücklich macht. Es sind die kleinen, unerwarteten Glücksmomente, die uns den Weg zu einem zufriedeneren Leben zeigen.

Was aber passiert, wenn man seine Heimat gefunden hat? Man beginnt entweder eine langwierige, manchmal kostspielige Auseinandersetzung mit der Einwanderungsbehörde – oder man erfährt vielleicht zum ersten Mal ein komplett neues Gefühl: Heimweh.

Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.

Hadassa HaackComment